Zwischen Oldtimern und Waffeleisen

Rathausfest in Essen-Kray 12.-14.Sept 2008

„Warum habt Ihr Schönstätter, wenn Schönstatt bei Koblenz liegt, hier in Essen-Kray einen Stand?“ – „Weil wir Schönstatt-Patres hier in der Ottostraße wohnen“, antwortet Pater Busse und zeigt auf das rote Ziegelgebäude hinter dem Info-Stand.

Das alte Rathaus wurde 100, und so hatten sich die Vereine von Essen-Kray entschieden, rund um das Rathaus ein Straßenfest zu veranstalten. Am Freitagabend war es noch lausig kalt, und nur die „ganz Harten“ hielten in dicken Anoraks in den Zelten vor den beiden Bühnen aus. Am Samstagnachmittag wurde das Wetter wärmer, die Sonne ließ sich blicken und mit der Sonne kamen auch mehr Leute.

Am Schönstatt-Info-Stand wurden die vorbeischlendernden Ehepaare eingeladen zum „Goldgräberspiel“. Sie sollten drei gute Eigenschaften ihres Partners auf ein Flipchart schreiben und bekamen dafür je einen Schokoladen-Goldtaler. Auch wenn das Spiel in großen Buchstaben erklärt war, die meisten mussten doch angesprochen und eingeladen werden, sich an diesem Spiel zu beteiligen. „Mein Mann liegt schon seit 12 Jahren auf dem Friedhof. Der war wirklich ein Goldstück.“  - „Mir fällt nichts ein“, meinte ein Mann und suchte schnell das Weite. Seine Frau meinte etwas enttäuscht: „Darüber macht er sich keine Gedanken, was er an mir hat.“ Aber es kamen auch bewegende Zeugnisse: „Weil Du während meiner Krankheit immer für mich da warst.“ „Weil Du es aushälst, dass  der Große Pubertiert.“ „Weil du mir den Horizont erweiterst.“ „Weil Du so viel Abwechslung in mein Leben bringst.“

Oftmals ergab sich im Anschluss an das Goldgräberspiel noch ein kurzes Gespräch über das Angebot Schönstatts für Familien, über das nahe gelegene Schönstatt-Zentrum im „Fischweiher“ oder allgemein über Treue und Kindererziehung.  Von Vorteil war, dass der Diözesanpräses der Schönstatt-Bewegung, Pfarrer Heister, früher selber in Kray Pfarrer war und noch viele von früher her kannte.  Vertreter aus der Familienbewegung, den Müttern, den Akademikerinnen und natürlich auch unsere Schwestern standen als Ansprechpartner zu Verfügung. Info-Blätter, Werbe-Exemplare der Familienzeitschrift „unser Weg“, Novenen und die Bildbiographie des Gründers lagen bereit, damit die, die mehr wissen wollten, sich auch informieren konnten.

Im Nachbarstand, der vom Karnevalsverein betreut wurde, gab es frische Waffeln und Kaffe und natürlich auch so manches Gespräch mit den Nachbarn. Auch Oldtimer, vom umgebauten Trabi bis zum BMW von 1935 wurden bestaunt. Vor allem die Jungen ließen sich von den stolzen Besitzern so manches Detail erklären. Der indische Schönstatt-Pater George, der als Kaplan in St.Barbara in Essen-Kray tätig ist, hatte ein besonders leichtes Spiel: Kannten ihn doch viele der jungen und alten Gläubigen.

Alles in allem: ein Wochenende, an dem viele Essener Bürger das Wort „Schönstatt“ erstmals aufgenommen haben und mit Gesichtern verbinden konnten.


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