Pater Shajan Manickathan, der vier Jahre in Madurai lebte und das Heiligtum erlebte, schreibt über die Geschichte des Heiligtums in Madurai:
Madurai ist eine Hindustadt
Die Stadt Madurai ist bekannt für ihre reiche Hindutradition. Die Herzmitte der Stadt ist ein gigantischer Tempelbau, der der Göttin Meenakshi geweiht ist. Er ragt empor als weithin sichtbares Symbol der tief verwurzelten hinduistischen Kultur: ein jahrhundertealtes kostbares Erbe. Wer in Madurai wohnt oder als Tourist dorthin kommt, steht bewundernd vor diesem Wunder indischer Baukunst.
Madurai wurde die Liebelingsstadt Mariens
In dieser alten Tempelstadt hat die Gottes Mutter einen herrlichen Platz gefunden, wo sie nun wohnt. Für uns ist es eine Freude zu sehen, dass die Gottesmutter hier ihren Thron aufgeschlagen hat und von hier ihre Gnaden für uns alle austeilt. Unser kleines Heiligtum kann sich nicht mit dem großen Tempel messen, aber in einer Hinsicht sehen beide gleich aus: derselbe Natur-Granitstein, der in dieser Gegend gebrochen wird, gibt dem Äußeren eine besondere Schönheit und Würde.
Geschenk des Großen Jubiläumsjahres 2000
Die erste offizielle Initiative, der Gottes Mutter einen Sitz zu schaffen, damit Sie von dort aus Schoenstatt in Indien aufbauen kann, ist durch die indischen Schönstatt Patres im Jahr 1996 ergriffen worden. Sie haben sich geistig und materiell auf dieses Anliegen vorbereitet. Die Tempelstadt von Madurai wurde als ihr Sitz gewählt. P.Stephan Arockaim war verantwortllich für die Vollendung dieses ersten Heiligtums.
P. Thamburaj war ein Instrument
Seit dem Augenblick, wo wir die Spiritualität des Heiligtums kennenlernten, entstand in uns die Sehnsucht, in Madurai ein Heiligtum zu haben. Das war ein lang gehegter Wunsch von P. Thamburaju, dem ersten Rektors unserer Studenten . P. Thamburaju war als Diözesanpriester, der Erzdiözese Madurai freigestellt, uns bei der Gründung unserer Gemeinschaft in Tamil Nadu tatkräftig zu helfen. Seine Sehnsucht und der Wunsch der ersten Kleinen Seminaristen wurde bereitwillig von den indischen Patres aufgegriffen und wurde allmählich ein Lebensstrom, der die ganze Indische Gemeinschaft erfasste.
Der kleine Anfang
Vorläufer unseres Heiligtums war ein Bildstöckchen am Eingang zu unserem Gelände, auf dem später unsere Ausbildungshäuser entstehen sollten. Es wurde im Jahre 1990 errichtet. Vier Jahre später, 1994, wurde unser Kleines Seminar gebaut, und 1997 auf dem gleichen Gelände unser Studienhaus für die Philosophen. Seminaristen und priesterliche Erzieher pflegten vor dem Bildstock sich zu treffen, dort zu beten, und so blieb der Traum wach, eines Tages ein eigenes Heiligtum zu haben.
Gnade beginnt zu fließen
Die Bewegung der Pilgernden Gottesmutter entstand, verbreitete sich über ganz Tamil Nadu und faßte tiefe Wurzeln in den Herzen, unter der dynamischen Inspiration und Führung von P. Thamburaju. Die Erfahrungen sowohl in der Ausbildung der Priesteramtskandidaten wie auch in der Bewegung ließen uns mehr und mehr spüren, wie notwendig für uns die lebendige Gegenwart der Gottesmutter war. Die noch kleine patressgemeinschaft wollte der Gottesmutter sanfte Gewalt antun, dass sie hier unter uns ihren Thron aufschlüge. Wir betrachten es als besonderes Geschenk des großen Jubiläums¬jahres 2000, dass unser Heiligtum vom Weihbischof der Erzdiözese Madurai, Exzellenz Antony Pappusamy, eingeweiht wurde.
Das Heiligtum erobert die Herzen
Das Heiligtum wird von unseren Seminaristen für ihre täglichen Gebete benutzt; es ist ein Segen, dass sie ihre Ausbildung nun im Schatten dieses Heiligtums erhalten. Patres und Seminaristen sorgen dafür, dass das Heiligtum lebt. So wachsen durch die Bindung an das Heiligtum feste, freie, priesterliche Persönlichkeiten heran. Pilgerheiligtümer werden im Heiligtum gesegnet und von dort ausgesandt. Regelmäßige Treffen der Bewegung und Gebetszeiten der Rosenzkranzkampagne der Pilgernden Gottesmutter finden dort statt. Zwei Erfahrungen werden uns immer wieder mitgeteilt: unser Heiligtum ist ein Ort, wo die Beter, die unser Heiligtum besuchen, inneren Frieden und Ruhe finden. Und: das Bild der Gottesmutter zieht an, die Mutter blickt jeden ganz persönlich an.
Maria regiert indische Herzen
In der religiösen Tradition Indiens genießen Frauen eine hohe Wertschätzung, Frauen werden zu Göttinnen erhoben. Und im volkstümlichen Sprachgebrauch redet man die Frau meist mit ,,Mutter“ an. Im Herzen des Volkes lebt eine spontane Hochachtung gegenüber der Frau. So ist es leicht verständlich, dass die Gottesmutter als unsere himmlische Mutter mit großer Liebe verehrt wird und zweifellos eine wichtige Rolle im Leben der Gläubigen in Indien spielt. Sie regiert die Herzen, wandelt sie um und führt sie zu Christus. Möge sie auch in den kommen Jahren die Königin unserer Herzen bleiben!



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