In Zusammenarbeit mit "Miracle Foundation", einer amerikanischen NGO, hat Pater Locher angefangen, ein Programm zur Schulung von Heimmüttern für Waisenhäuser zu erarbeiten. Die Videoaufnahmen von 11 Einheiten liegen vor. Nun sollte auch die konkrete Schulung beginnen.
Eine Gruppe von sieben Müttern aus Orissa - da alles übersetzt werden muss, muss die Sprachgruppe einheitlich sein -, kam in das Haus der Patres nach Bangalore vom 12. bis 15. April, eine Gruppe von fünf Frauen und einem Mann aus Tamil Nadu trafen sich in Viralimalai.
Der theoretische Lehrteil beschäftigte sich überwiegend mit Persönlichkeitsbildung. Um den sowieso schon angeschlagenen Kindern zu helfen, dass sie sich zu Persönlichkeiten entwickeln und deswegen in unserer sehr schnell sich ändernden Gesellschaft eine Zukunft haben, müssen die Erzieher/innen selbst zuerst Persönlichkeiten sein. Wir werden Persönlichkeiten, indem wir unsere Identität stärken und das hat eine Dimension in die Vergangenheit - sie annehmen und verstehen - und in die Zukunft: nach welchen Träumen und Idealen lebe ich.
Identität wächst aus der Kraft der Liebe. Bedürftige Liebe im eigenen Leben muss erkannt und verstanden sein, damit die besonders große Liebesbedürftigkeit von Waisenkindern und Heimkindern verstanden und richtig beantwortet wird.
Die Fragen der Teilnehmerinnen haben dann die weitere Spezifizierung des Themas bestimmt. In der einen Gruppe ging es vor allem um Teamarbeit, um Überwindung von Spannungen und Eifersucht, bei der anderen Gruppe ging es mehr um die richtige Anwendung von Disziplin, die eben nicht militärisch sein darf, auf keinen Fall zu Prügelstrafe führen soll, die aber doch die Kinder orientieren und in eine Ordnung einbinden muss; auch das nicht immer leicht, wenn die Kinder schon zu viel "falsche Freiheit" genossen haben.
Der theoretische Lehrteil wurde ergänzt durch konkrete Hilfestellungen bei der Körperpflege, beim Umgang mit modernen Geräten, beim Erlernen von neuen Speisen, die die Kinder vermutlich mögen, beim Malen.
Auch einen Film haben wir angeschaut, zum Thema passend, und ihn am nächsten Tag gründlich analysiert und auf uns angewandt.
An zwei Abenden wurde - zur Freude aller - gespielt; auch das, um gemeinsames Spielen in den Heimen anzuregen.
Obwohl ein sehr dichtes Programm, war es nur ein Anfang, der nach einer Fortsetzung ruft.







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