Menschen suchen Gemeinschaftserfahrung

Pater Shajan Manickathan, ein junger indischer Schönstatt-Pater, der seine Kaplanszeit in Deutschland verbringt, teilt uns seine persönlichen Erfahrungen mit:

Grüße aus der Pfarrei St. Stephan in Graefelfing!

Diese Pfarrei ist in einem Stadtteil der Großstadt München. Diese schöne Stadt ist eine große Touristenattraktion. In einer Ecke dieser friedliebenden großen Stadt in Deutschland verrichte ich meinen priesterlichen Dienst. Die Pfarrei hat mehr als 4000 Mitglieder. Hinsichtlich ihrer Größe ist es eine der durchschnittlichen Pfarreien der Diözese München-Freising.

Ich verbringe hier meine Kaplanszeit seit letztem Oktober (2006). Der Pfarrer, ein Diakon und ich bilden den Kern des Pastoral-Team der Pfarrei. Wir planen und führen die Programme der Pfarrei aus und arbeiten zusammen mit einem guten Team. Normal sind die Programme der Pfarrei gut vorbereitet.

Die Pastoralarbeit hier unterscheidet sich sehr von unserer Pastoralarbeit in Indien. Ich musste mich selbst erst daran gewöhnen.

Ein indischer Priester, der lange Zeit in Deutschland gearbeitet hat, erkennt einen fundamentalen Unterschied im pastoralen Erscheinungsbild, welches in Indien und in Deutschland besteht. In Indien ist die pastorale Arbeit hauptsächlich konzentriert auf die Vermittlung von Glaube In Deutschland liegt der Hauptakzent auf die Erfahrung von Gemeinschaft. So ist meine persönliche Erfahrung.

Hier können wir viele Veranstaltungen erleben, bei denen Menschen zusammen kommen, um ihre Ansichten auszutauschen und gestärkt zu werden als kleine Gruppe in der Pfarrrei. Diese Erfahrung ist auch vorhanden wenn die Jugend sich zweimal in der Woche im Jugendclub des Pfarrhauses trifft. Der Gemeinschaftsaspekt ist auch sehr gut ausgedrückt in der Frauengemeinschaft der Pfarrei, die sich einmal oder zweimal im Monat trifft. Einer der wichtigen Punkte für mich hier in der Pastoralarbeit ist die Zeit, die ich bei Treffen mit älteren Pfarrangehörigen verbringe. Diese Treffen sind sehr kreativ gestaltet und jedesmal gibt es ein Programm (Musik, Bewegung, Seminare, etc.), das ihre Herzen bewegt. Diese Treffen geben den Teilnehmern eine wirkliches Gemeinschaftserlebnis. Auf diesem Wege sorgt sich die Pfarrei um ihre älteren Menschen und gibt ihnen das Gefühl, dass sie akzeptiert und integriert sind in die Pfarrgemeinde. Ich bin beeindruckt von der Jugend hier. Sie organisieren ihre Programme und führen sie aus mit der Zustimmung des Pfarrers.

Manchmal bin ich sehr beeindruckt in Bezug darauf, wie gut diese Jugend zusammenarbeitet und ihre helfenden Hände bei den Programmen der Pfarrei leiht. Wir haben auch eine aktive Ministrantinnen- und Ministrantengruppe. Für die Sonntagsmesse kommen immer zehn oder zwölf. Beide, die Samstagabend- und die Sonntagsmesse sind gut besucht.

Ich freue mich, hier zu sein für ein paar Jahre. Es ist eine wirkliche Chance für mich. Ich bin in die Pfarrei integriert. Ich wünschte, dass jeder indische Schönstatt-Pater solch eine Erfahrung machen könnte für wenigstens zwei Jahre.


Pater Shajan Manickathan

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